Wie benutzt man eine Gleitmatte?

Die Angaben auf dieser Seite können bei Trainings- und/oder Schulungsmaßnahmen behilflich sein. Übernehmen wir ein Training, dient diese Benutzeranleitung als Leitfaden. Auf dieser Seite informieren wir Sie über die Verwendung von Gleitmatten, ihre Anwendungen und die entsprechend zu beachtenden Punkte.

Wir haben eine Gleitmatte in 2 verschiedenen Textilarten:

•    Die Standardausführung ist blau, eine Gleitmatte für allgemeine Zwecke aus einem sehr glatten und dauerhaften Stoff.
•    Die personengebundene Gleitmatte ist rot, es ist speziell für Situationen mit Kreuzinfektionsgefahr wie z. B. Situationen mit Blutungen, offenen Wunden, Dekubitus und ansteckenden Krankheiten vorgesehen. Daneben werden die personengebundenen Gleitmatten oft für die Totenpflege eingesetzt.
•    Hergestellt aus leichtgewichtigem und dauerhaftem Material. Die verstärkten Ränder machen die Gleitmatte solider und bieten zusätzlichen Griff beim Umlegen und beim Positionieren.

Achtung!
•    Eine Gleitmatte nicht herumliegen lassen oder auf den Boden legen. Ein Schritt auf einer versehentlich auf dem Boden liegenden Gleitmatte führt oft zu einem Sturz.
•    Mit einer Gleitmatte darf man einen Patienten auf keinen Fall heben. Der Stoff, aus dem eine Gleitmatte hergestellt ist, ist beständig gegen Zugkraft, aber durchaus nicht gegen Tragkraft.
•    Kreuzinfektion ist eine Gefahr bei der Verwendung von Gleitmatten. Bei Krankheit, Blutungen etc. in allen Fällen eine personengebundene Gleitmatte benutzen, d.h. sie nicht für einen anderen Patienten benutzen.

Pflege
Die Standard-Gleitmatte kann bis 70°C in der Maschine gewaschen werden. Die Gleitmatte nicht schleudern und nicht im Wäschetrockner trocknen. Die personengebundene Gleitmatte kann mit verdünnter Chlorlösung oder einer qualitativ hochwertigen Sterilisationsflüssigkeit gereinigt werden. Die Glätte einer Gleitmatte nimmt allmählich ab, sorgen Sie deswegen rechtzeitig für Ersatz.

Die Benutzung
Eine Gleitmatte ist ein gutes Hilfsmittel beim Positionieren im Bett und in dessen Nähe. Die Gleitmatte hat auf der Innenseite eine sehr glatte Oberfläche, um das Schieben zu fördern. Unsere Gleitmatten sind für eine sichere und komfortable Transfer- und Positionierungshandhabung hergestellt. Durch die Benutzung einer Gleitmatte beschränken Sie beim Patienten das Scheuern an der Haut und werden die Tätigkeiten des Pflegepersonals erleichtert. In der Totenpflege kann eine Gleitmatte auch zum Umlagern eines Toten verwendet werden. Dies erfolgt dann mittels Schieben. (anstelle von Patient können Sie auch Toter lesen)

Im Falle geringer Erfahrung in der Benutzung der Gleitmatte wird empfohlen, den Patienten mit zwei Personen umzulagern. Dabei ist es wichtig, beim Umlegen den Kopf des Patienten zu sichern.

Die Anwendung
Beim Positionieren oder dem Umlegen eines Patienten kann man besser verschieben als heben. Verschieben ist für den Patienten sicherer und für das Pflegepersonal weniger belastend.

Das Anbringen
1.    Für eine gute Arbeitshöhe sorgen.
2.    Kippen Sie den Patienten zu Ihnen hin, breiten Sie die Gleitmatte daraufhin hinter seinem Rücken aus und stecken Sie es unter seinem Rücken ein (in Höhe der Schultern und der Hüften, das sind die Schwerpunkte und die Kontaktstellen mit der Matratze).
3.    Kippen Sie den Patienten auf den Rücken auf die Gleitmatte zurück und ziehen Sie die Gleitmatte vorsichtig unter den Patienten. Darauf achten, dass die Gleitmatte glatt unter dem Patienten liegt. Sollten Sie die Gleitmatte nicht gerade ziehen können, können Sie den Patienten gegebenenfalls noch von Ihnen wegdrehen, aber meistens ist das nicht nötig.

Das Entfernen
Das Entfernen einer Gleitmatte kann manchmal durchaus schwierig sein. Versuchen Sie dann in allen Fällen, die Gleiteigenschaften in Anspruch zu nehmen, wodurch es selten erforderlich ist, zum Entfernen der Gleitmatte den Patienten zu drehen. Dadurch kann der Patient einfach liegen bleiben. Meistens funktioniert es, Ihre Hand durch die Gleitmatte hindurch zu stecken und die Gleitmatte mit der Innenseite nach außen unter der Person wegzuziehen. Sollte dies nicht gelingen, können Sie die Gleitmatte auch durch Drehen des Toten entfernen.

Schieben und Ziehen?
Sie haben die Wahl zwischen einer Aktion, bei der Sie den Patienten schieben oder einer Aktion, bei der Sie ziehen. Machen Sie beim Ziehen keine Zerrbewegung mit der Gleitmatte; Sie ziehen dann die Gleitmatte unter dem Patienten hinweg. Ziehen ist für Ihren Körper meistens ungünstiger als Schieben. Aus gesundheitlichen Gründen hat Schieben also den Vorzug. Darauf achten, dass Sie beim Schieben und Ziehen den Patienten nicht verletzen. Die Gleitmatten sind sehr glatt, achten Sie also auch darauf, dass der Patient nicht zu weit bewegt wird. Alles dosiert und umsichtig.

Liegen - Liegen Transfer / Hinüberschieben mit Gleitmatte 

Möchten wir den Patienten vom Bett auf eine Tragbare etc. hinüberschieben, sind folgende Regeln zu beachten:

•    Zunächst sorgen wir für eine gute Arbeitshöhe.
•    Ferner sorgen wir dafür, dass es keinen Höhenunterschied zwischen dem Bett und der Tragbare gibt, oder dass es einen leicht abschüssigen Höhenunterschied in die Richtung gibt, in die der Patient hinbewegt werden soll (mit der Schwerkraft mitbewegen).
•    Es ist wichtig, dass es zwischen den beiden Liegeteilen (wie z. B. Bett-Tragbare) keinen offenen Raum gibt (der Patient könnte dazwischen geraten).
•    Des Weiteren ist es natürlich von Bedeutung, dass die Bremsen der Liegeteile gut funktionieren (kontrollieren).
•    Ferner ist es wichtig, dass man beim Transfer keine scharfen Ränder, Leisten oder senkrecht stehende Ränder überbrücken muss. Dies kann sowohl den Patienten als auch die Gleitmatte beschädigen.
•    Hinüberziehen hat jedoch den Vorzug, da Sie mit dem Schieben eine größere Chance haben, dass Sie das Bett und die Tragbare auseinanderschieben. Wenn Sie die Tragbare beispielsweise an die Wand schieben, wird diese Gefahr verringert.

Hinüberschieben
1.    Die Tragbare seitlich gegen das Bett fahren und alle Sicherheitsmaßnahmen (Bremse arretieren etc.) vornehmen. Das Bett auf die richtige Arbeitshöhe stellen und die Gleitmatte anbringen. Darauf achten, dass Sie eine Gleitmatte haben, auf der der Patient auf jeden Fall mit den Schultern und den Hüften liegt und die zudem breit genug ist, um die seitliche Bewegung machen zu können. Der Patient liegt auf der Gleitmatte, wobei die Öffnung des Tunnels nach oben und nach unten gerichtet ist.
2.    Stellen Sie sich in die "Schrittstellung" und schieben Sie den Toten mit größtenteils gestreckten Armen und offenen Handflächen. Machen Sie dabei von Ihrem Körpergewicht Gebrauch: daraus sollte die Kraft hervorgehen. Schieben Sie den Patienten auf diese Weise nach und nach auf die andere Seite. Schieben Sie dabei ruhig und vorsichtig nacheinander an den Hüften, den Schultern, den Beinen (bei einem stämmigen Patienten ist es auf jeden Fall am besten, "in Teilen" zu schieben).
3.    Bett oder Tragbare wegnehmen. Anschließend die Gleitmatte entfernen und die Gleitmatte sofort aufräumen.

Mögliches Problem
Ein Problem bei der Benutzung der Gleitmatte kann die Matratze sein. Dies kommt vor allem bei weicheren Matratzenarten vor. Der Patient liegt bei der Benutzung einer weichen Matratze in einer Kuhle, sodass zur Umlagerung viel Kraft benötigt wird. Schieben wird dann meistens zum Problem. Die Technik mit Zugkraft ist weniger günstig, schafft jedoch meistens Abhilfe. Nachteil dieser Technik ist jedoch, dass Sie (durch die Zugkraft) die Gleitmatte schnell unter dem Patienten wegziehen können. Wenn Sie zu zweit sind, ist es vorzuziehen, eine Pflegekraft schieben zu lassen, während die andere zieht. Es empfiehlt sich also, zuvor gut darauf zu achten, ob die Person auf einer weichen Matratze liegt.

Kräfte und Risiken
Bei der Benutzung einer Gleitmatte spielen Schub- und Zugkräfte eine große Rolle. Auch wenn nicht angehoben wird, kann ein Transfer durch zu hohe Schub- oder Zugkräfte (oder unerwartete Bewegungen, wie z.B. plötzliches Nachgeben des Patienten) zu schwer sein. Bei einer inkorrekten Arbeitshaltung können beim Pflegepersonal körperliche Beschwerden entstehen. Dabei ist an Umrollen, Verschieben oder "kurz mal Zurechtlegen" des Toten oder der Betttücher, auf dem der Tote liegt, zu denken. Körperbeschwerden beim Pflegepersonal können sogar bei einwandfreier Benutzung der Gleitmatten auftreten. Diese Hilfsmittel gleiten nicht alle ausreichend, während manche gerade unerwartet gut gleiten. Vor allem zu Beginn der Bewegung können Probleme auftreten. Es gilt also, zuvor über die Höhe der zu benutzenden Hilfsmittel richtig Bescheid zu wissen. Es kann sinnvoll sein, vor Gebrauch in der Praxis die Bedienungsanleitung gut durchzulesen und gegebenenfalls zusammen mit Kollegen zu üben.

Vergütung für Pflegebedürftige
Eine Gleitmatte ist vom Pflegebedürftigen selbst zu finanzieren bzw. über den Krankenversicherer oder die Gemeinde (WMO-Gesetz).

Hebetechniken-Kurs 
Es ist wichtig, dass die Person, die mit Gleitmatten arbeitet, Kenntnisse des Produktes und der entsprechenden Anwendungen hat. Bei den Arbeiten mit einer Gleitmatte liegt eine körperliche Belastung vor. Wir empfehlen Ihnen, auf die Informationen aus einem Körperbelastungskurs zurückzugreifen. 

 

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